Zwischen Hormonzirkus und Hitzewallungen

Der ein oder andere von Euch kennt sicherlich bereits unsere Kundenzeitschrift „glüXmagazin“. Darin versuchen wir Euch wöchentlich mit spannenden Themen und Interviews zu versorgen. Doch wie es bei gedruckten Medien immer so ist, ist man auf das Seitenformat beschränkt und muss auch seine Texte dementsprechend im Zaum halten. Doch was wenn einer unserer Stars so viel mehr zu sagen hat? Dann könnt Ihr diese Interviews ab sofort auf unserem Blog ungekürzt und in voller Länge genießen.

Ihr Gesicht ist spätestens seit „Punkt 12“, dem Mittagsmagazin auf RTL, fast jedem von uns bekannt. Doch nun ist Katja Burkard auch unter die Podcaster gegangen. „Wer einatmet, muss auch ausatmen.“ So heißt ihr Audio Now-Podcast rund um die Wechseljahre. Offen spricht sie über ihre eigenen Erfahrungen, gibt Tipps und lässt Experten zu Wort kommen. Hier findet Ihr alle Folgen: https://audionow.de/podcast/4f09e264-a77a-49f9-882b-23e9d18ac990 Ein Bonus quasi zu ihrem Bestseller „Wechseljahre? Keine Panik!“ (Blanvalet-Verlag). Mit uns sprach Katja Burkard über hormonelle Krisengebiete.

glüXmagazin: Wie sind Sie auf den Namen für den Podcast gekommen?

Katja Burkard: Ein Freund meiner Tochter hat das mal bei einem Adventsessen bei uns gesagt. Der Spruch ging dann auch noch weiter: „Wer einatmet, muss auch ausatmen. Und wer einschläft, muss auch ausschlafen.“ Das fand ich so lustig, dass mir dieser Satz immer durch den Kopf ging, als ich einen Titel für den Podcast gesucht habe. Er war aber zu lang, deswegen habe ich ihn in der Mitte abgetrennt. 

glüXmagazin: Worum genau geht es in dem Podcast?

Katja Burkard: Ich habe die Themen aus dem Buch vertieft und bekomme viel positives Feedback von Frauen, die Prof. Dr. Johannes Huber-Fans sind. Er beantwortet viele der Fragen, die noch offen geblieben sind. Und wir reden über die Neu-Entwicklungen in der Medizin.

glüXmagazin: Außerdem hatten Sie Ihren Mann Hans Mahr als Gast. War das der außergewöhnlichste Podcast bisher?

Katja Burkard: Ja. Mein Mann meinte schon während des des gesamten Buch-Prozesses, dass er auch mal seine Sicht meiner Wechseljahre kund tun möcht. Den Gefallen habe ich ihm jetzt getan. Quasi als Belohnung, weil er sich schon sehr toll verhalten hat, als ich im Ausnahmezustand war. 

glüXmagazin: Wo gab es die meisten Reibungspunkte?

Katja Burkard: Ich war mir zum Teil selbst fremd: Ungeduldig, geplagt von Stimmungsschwankungen – sehr mit mir beschäftigt. Das ist keine leichte Zeit und das kriegt natürlich auch die Familie mit. Besonders der Lebenspartner… 

glüXmagazin: Wann haben Sie zum ersten Mal gemerkt, dass die Wechseljahre da sind?

Katja Burkard: Ich bin eigentlich ein sehr positiver, optimistischer Mensch, habe mich aber auf einmal nicht mehr wiedererkannt. Plötzlich habe ich vieles schwarz gesehen, habe aus Dingen ein Problem gemacht, die ich früher erledigt habe, während ich rückwärts eingeparkt habe. An einem Tag nach der Arbeit war ich gestresst und musste zur Post, ein Paket abgeben. Da dachte ich: „Das schaff ich jetzt nicht mehr.“ Da war ich am Anschlag und habe mich gefragt, ob ich kurz vorm Burnout bin oder Depressionen kriege. Dann ging es weg, kam wieder, wie der Name schon sagt: Wechseljahre.

glüXmagazin: Mit wem haben Sie drüber gesprochen?

Katja Burkard: Ich habe es zuerst mit mir selbst ausgemacht. Bei Wechseljahren denken viele sofort an Hitzewallungen. Die hatte ich nicht. Es war schwierig, direkt zu kapieren, womit ich es zu tun habe. Ich habe beim Arzt einen Hormonspiegel machen lassen. Da fehlten Hormone, nach drei Wochen Therapie war es wieder okay. Die Frauen heutzutage können sich helfen durch bessere Medikamente, pflanzliche Mittel, Sport, Yoga hilft zum Beispiel. Keine Frau muss verzweifeln und denken, sie sei verrückt.

glüXmagazin: Wie haben Ihre Töchter Marie-Therese (19) und Katharina (13) darauf reagiert?

Katja Burkard: Als das los ging, war meine ältere Tochter mitten in der Pubertät, die Kleine in der Vorpubertät. Da war bei uns öfters mal Feuer unterm Dach. Mein Mann wusste, ein falscher Blick konnte gefährlich sein in dem hormonellen Karussell, das sich bei uns in der Familie mit rasender Geschwindigkeit gedreht hat.

glüXmagazin: Sie standen kurz vor der Trennung. Haben die Wechseljahre Ihnen aber auch geholfen, sich und Ihren Mann noch mal neu zu finden?

Katja Burkard: Wir haben alle Themen offen auf den Tisch gelegt. Das war anstrengend, hat sich aber gelohnt. Vorher habe ich, wie viele andere Frauen auch, vieles „weggeatmet“, was nervig war. Dazu ist man irgendwann nicht mehr bereit und spätestens dann muss man genauer hinsehen und so eine Art Beziehungs-TÜV machen. Mein Lieblingsspruch ist daher: „No more bullshit!“ Ich kann das nur empfehlen, aber das muss natürlich jedes Paar in der Krise selbst entscheiden. 

glüXmagazin: Haben Ihnen die Wechseljahre auch Glück gebracht?

Katja Burkard: Für mich waren sie ein Geschenk. Und für meine Beziehung ein Glücksfall, weil ich mit einem anderen Blick noch mal auf mein Leben geguckt habe. All das hätten wir vermutlich nicht getan, wenn es durch meine Wechseljahre nicht so geknallt hätte.

Foto: Nadine Dilly